25'000 Besucher im «2. Weltkrieg»-Fieber
Während drei Tagen wurde im aargauischen Birmenstorf an den Zweiten Weltkrieg erinnert: Mit 600 alten Militärfahrzeugen, 30 Oldtimer-Panzern und als Höhepunkt: mit einem C47-Transportflugzeug, das schon beim Invasionsbeginn der Alliierten, dem «D-Day», Soldaten in die Normandie flog. «10vor10» hat das historische Flugzeug bei der Überstellung von England in die Schweiz begleitet.
Es waren nicht nur militärische Oldtimer, die am Wochenende rund 25'000 Besucher ins aargauische Birmenstorf lockten. Auch nachgespielte Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg sowie diverse Flugshows mit historischen Flugzeugen standen auf dem Programm, dessen Budget gemäss Veranstaltern eine halbe Million Franken betrug. Den Höhepunkt erlebte eine Handvoll Flugzeugfans jedoch, bevor der Anlass überhaupt begann: Sie waren mit dabei, als das Flugzeug des Typs C-47 von einem Linienpiloten in die Schweiz transportiert wurde.
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«Die flogen in der Nacht, an ein unbekanntes Ziel – und wussten nicht, ob sie den Tag überleben werden.»
Johannes Bär, Passagier in der historischen C-47.
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Fliegen wie am «D-Day» – für 1200 Franken
Morgens flog die Gruppe aus der Schweiz in eineinhalb Stunden nach London, und dann sogleich von einem ehemaligen Militärflughafen aus wieder zurück – für 1200 Franken pro Person. Fast vier Stunden dauerte der Rückflug in der alten C-47-Militärmaschine – eine von damals 1000 dieses Typs, die bei der Invasion in die Normandie, die am 6. Juni 1944 begann, zum Einsatz kamen und in nur drei Tagen 60'000 Fallschirmspringer zum Absprung brachte.
Keine Toilette – dafür Einschusslöcher
Das Wetter spielte mit, ansonsten hätte der Flug verschoben werden müssen – wie bei der historischen Invasion, die damals eigentlich schon für den 5. Juni geplant war, aber wegen schlechten Wetters erst einen Tag später beginnen konnte.
Komfort gibt es an Bord der Maschine bis heute nicht: keine Toilette, keine Lärmverkleidung, keine Heizung – dafür Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg.
Flug ins Ungewisse – heute «auf eigenes Risiko»
Damit die Flugfans zum Flug zugelassen wurden, mussten sie zuerst einen Vertrag unterschreiben: fliegen auf eigenes Risiko. Neben der Faszination für die alte Technik herrschte auf dem Flug aber auch eine nachdenkliche Stimmung. «Man muss daran denken: Die flogen in der Nacht, an ein unbekanntes Ziel – und wussten nicht, ob sie den Tag überleben werden», sagt Passagier Johannes Bär, der den Flug zu Ehren der Alliierten in einer original nachgeschneiderten US-Militäruniform antrat. Dieser Flug vermittle dem Hobby-Historiker ein Gefühl für die Leistung der Soldaten von damals.
Am Freitag sprangen aus dem überführten Flugzeug Fallschirmspringer in Original-Ausrüstung.
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